Bürgerinitiative
Mehr Sicherheit in Großhansdorf

Vereinsform

Die Bürgerinitiative "Mehr Sicherheit in Großhansdorf e.V."- kurz „BISG“ - ist ein eingetragener Verein unter der Nummer VR 2299 AH im Vereinsregister beim Amtsgericht Ahrensburg. Der Verein ist vom Finanzamt Stormarn unter der Steuernummer 30 299 76351 als gemeinnützig anerkannt und darf Spenden- bzw. Zuwendungsbescheinigungen ausstellen. Zweck des Vereins ist die Förderung der Sicherheit unserer Bürger in Großhansdorf durch Aufbau und Unterhaltung eines Beobachtungsdienstes, Aktivierung der Bürger zu nachbarschaftlicher Aufmerksamkeit und gegenseitiger Unterstützung und Aufklärung über präventive Maßnahmen zur Einbruchsverhinderung. Dieser Zweck wurde in der Vereinssatzung festgeschrieben. Protokolle, Finanzen und Schriftverkehr verwalten wir in einem digitalem Archiv, ebenso die
Mitgliederstammdaten.

Mitglied kann jeder werden, der das 16. Lebensjahr vollendet hat und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist. Alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig, es werden keine Aufwandsentschädigungen gezahlt. Fördermitglieder zahlen einen Mindestbeitrag von derzeit 25 € im Jahr, aktive Mitglieder sind beitragsfrei.

Die aktiven Mitglieder sind verpflichtet, die verbindlich festgelegten Verhaltensrichtlinien zu befolgen, die eigene Sicherheit steht im Vordergrund. Es besteht für die Aktiven eine Haftpflicht- und Unfallversicherung.

Aktive Mitglieder werden für die Streifengänge ausgerüstet mit Vereinssichtausweis, Taschenlampen und Regenbekleidung. Fahrräder, die Mitglieder für Beobachtungstouren nutzen, gehen bei Bedarf zur Inspektion in ein Fachgeschäft. Fahrradhelme werden auf Wunsch gestellt, gegen die Verpflichtung, diese bei den Beobachtungstouren zu tragen.

Soweit nicht privat vorhanden, stellt der Verein die Mobiltelefone. Einige Mitglieder haben ihre persönliche Ausrüstung um Digitalkameras ergänzt.

Um Erste Hilfe leisten zu können, werden diese Fähigkeiten beim Roten Kreuz geschult und aufgefrischt.

Historie

17.770 Straftaten im Kreis Stormarn im Jahre 1993, steigende Einbrüche von organisierten Gruppen aus den zusammengebrochenen Ländern des früheren Ostblocks, politische Diskussionen um weniger Polizei, viele Leserbriefe zu dem Thema Sicherheit in Großhansdorf. - So fing alles an.

Mitte 1993 taten sich engagierte Großhansdorfer unter Federführung des Gemeindevertreters Carl-Dietrich Felber zusammen, gingen abends einfach los und beobachteten. Tat sich etwas Ungewöhnliches oder Verdächtiges, wurde es per Mobilfunk (zuerst noch ziegelsteingroße Geräte) der Polizei gemeldet.

Daraus wurde die Bürgerinitiative "Mehr Sicherheit für Großhansdorf e.V." - kurz BI genannt - mit ca. 150 Aktiven und vielen Fördermitgliedern, die die Arbeit finanziell unterstützen.

Mit Meldebögen, Einsatzplänen und Sofortinformationen (erst per Fax, später per Email) über das kriminelle Geschehen im Ort wurde die Arbeit intern strukturiert und effizient gemacht. Die Presse berichtete ausführlich über die Aktivitäten der BI und über die Art der Arbeit. Im SPIEGEL erschien 1996 die BI in einer Titelgeschichte.

Link auf Spiegelbericht: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9118143.html Es folgten Talkshow-Einladungen, Funk- und TV-Reportagen, in denen wir auf unseren Streifengängen begleitet wurden.

2009 erschien die Doktorarbeit „Private Initiativen für mehr Sicherheit als Form lokaler Vergesellschaftungam Beispiel der Bürgerinitiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf e.V.“ von Almut Birenheide, die heute als Schulinspektorin im Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung tätig ist.

Unsere heutige Arbeit

Die Bürgerinitiative "Mehr Sicherheit in Großhansdorf e. V.“ hat regelmäßige Kontakte zur Gemeindeverwaltung und zur Polizei

Je nach Lage suchen wir unsere örtliche Polizeistation wöchentlich bis monatlich auf. Wir berichten über Ereignisse und Beobachtungen unserer Mitglieder und deren Nachbarn und informieren die Polizei über eigene Schwerpunkte bei unseren Rundgängen.

Umgekehrt informiert uns die Polizei unter Wahrung des Datenschutzes auf Nachfrage über eventuelle Schwerpunkte von Einbruchstraftaten und PKW-Aufbrüchen. Durch eigene Netzwerke im Ort ist uns aber ein Großteil dieser Straftaten dann bereits bekannt.

Wir sind auch Vermittler zwischen den Großhansdorfern und der Polizei: Bei verdächtigen Beobachtungen haben Mitbürger oft unbegründete Hemmungen, sich an die Polizei zu wenden und melden sich lieber bei uns. Auch Klagen über die Polizei werden uns schon mal vorgetragen. Hier stellen wir die Verbindung zwischen Bürger und Polizei her und müssen auch schon mal die Organisation unserer Polizeistation und deren Arbeit erklären.

Wir führen regelmäßig eigene öffentliche Sicherheitsveranstaltungen mit wechselnden Schwerpunktthemen durch. Hierzu laden wir Experten aus der Wirtschaft, der örtlichen Polizei, der für unseren Kreis Stormarn zuständigen Kriminalpolizei und von der Präventionsabteilung der Polizeidirektion Ratzeburg ein. Besprechungen gibt es mit der Gemeindeverwaltung bei eventuelle Schwerpunkte von Vandalismus im Ort und bei der Präventionsarbeit zur Minderung von Jugendkriminalität. An diesen Besprechungen nehmen auch Polizei, Schulvertreter und Jugendarbeiter teil.

Die Verwaltung der Gemeinde Großhansdorf unterstützt uns finanziell und durch Überlassung von Veranstaltungsräumen. Auf unsere Bitte übernimmt der Bürgermeister die Eröffnung unserer Veranstaltungen und die Begrüßung der Gäste, umgekehrt beteiligen wir uns auch an Veranstaltungen der Gemeinde.

Die übliche Form der Zusammenarbeit sicherheitsinteressierter Bürger mit den Behörden sind allerdings die sogenannten „Kriminalpräventiven Räte“. Diese gibt es in fast allen Bundesländern. Zusammengesetzt aus Vertretern der örtlichen Verwaltung, der Jugend- und Sozialämter, der Polizei, der Schulen und eben bürgerlichen Gruppen (Vereinen, Initiativen), seltener auch aus Vertretern von Presse und Politik. Diese Gruppen sollen Sicherheitsprojekte initiieren und durchführen. Dabei kann es je nach örtlichen Schwerpunkten um ein breites Spektrum von Sicherheitsproblemen gehen, wie Drogen- und Alkoholmissbrauch, Gewalt an Schulen, Jugendkriminalität, häusliche Gewalt, Gewalt gegen Minderheiten etc. Nach unserem Kenntnisstand geht es aber nur sehr selten um Einbruchs- und Diebstahlskriminalität.

Eine Mitwirkung unseres Vereins in einem „Kriminalpräventiven Rat“ wäre damit nicht im Sinne unserer Satzung und würde unsere Kräfte anderweitig binden, statt sie dort einzusetzen, wo sie nach unserem Verständnis konzentriert werden müssen: In unserer Präsenz auf allen Straßen unseres Ortes.